Mineralica 2025-3

Wulfenite is love: Die Red Cloud Mine

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Gerd M. Wiedenbeck (2025): Wulfenite is love: Die Red Cloud Mine. Mineralica 2025-3, S. 20–31.

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Gerd M. Wiedenbeck (2025): Wulfenite is love: Die Red Cloud Mine. Mineralica online, August 2025. https://mineralica.com/a/0k5g3n (abgerufen am 13. Oktober 2026)

Die Red Cloud Mine in Arizona lieferte die schönsten tieforangeroten Wulfenite der Welt. Gerd M. Wiedenbeck erzählt ihre Geschichte vom Silberbergbau bis zur „Red Gem Pocket“ und von seiner eigenen Suche in der Mine.

Wulfenitgruppe auf dunkler Matrix mit hervorragendem Kontrast, von Graham Sutton gefunden, Größe 8 cm. Sammlung Gerd M. Wiedenbeck, Foto László Kupi.

Dieser Slogan geht einher mit der Red Cloud Mine im Silver Mining District, Trigo Mountains, La Paz County, Arizona / USA. Die Red Cloud Mine (RCM) lieferte mit die schönsten, tieforangeroten Wulfenitkristalle (kurz: xx für Kristalle) weltweit. Leuchtende Kristalle und Aggregate mit Kantenlängen von > 5 cm sowie die berühmten „Window Panes“ machten die Mine weltberühmt. Wulfenit ist ein Bleimolybdat (PbMoO4).

Das Erzvorkommen (Silbererze, Galenit mit einem Silbergehalt von 17,1 kg / to) wurde 1878 vom Prospektor Warren Hammond gefunden und der Abbau begann bereits kurze Zeit später. In den 1880er Jahren waren bis zu 100 Arbeiter in der RCM beschäftigt; zuerst wurden oberflächliche Ausbisse (Outcrops) abgebaut, bevor man den Untertageabbau begann, der eine Tiefe bis rund 163 Metern unter Gelände erreichte und damit bereits unterhalb des Grundwasserspiegels lag. Zeugnis des unterirdischen Bergbaus ist der rote eiserne Förderturm.

Diese 2,8 cm hohe, prächtige Wulfenit-Stufe wurde von Garth Bricker gefunden. Zusammen mit einem Gemälde des Exemplars von Gamini Ratnavira versteigerte er sie zugunsten des Fallbrook Mineral Museum. Privatsammlung, Foto Mark Mauthner.

Die ersten Kristalle und Stufen kamen ab den 1880er Jahren auf den Markt, aber die meisten Stufen wurden durch Sprengungen zerstört oder fielen beim Verhütten dem Schmelzofen zum Opfer.

Ein Mr. F. Thomas war der Erste, der sich eine Sammlung von guten Wulfeniten und Vanadiniten aus den Red Cloud, Hamburg und Prinzess Mine zulegten (alle Minen in unmittelbarer Nachbarschaft). 1881 erschien ein Artikel von Benjamin Silliman von der University of Yale im „American Journal of Science“ wo die Red Cloud als Fundstelle hervorragender Wulfenite beschrieben wurde. In der Folge stieg das Interesse bei Sammlern und Händlern an der Mine. Tausende von Wulfenitstufen gelangten in die Sammlungen und Museen. 1938 traf der Sammler Edwin „Ed“ Over an der Mine ein und fing an Wulfenite zu suchen. Bereits wenige Wochen später, am 9. Februar 1938 fand er zahlreiche Pockets mit fantastischen Wulfenitkristallen und Stufen mit bis zu 5 cm Kantenlänge.

Die Mine fand immer wieder neue Besitzer, die den Erzabbau wieder aufblühen lassen wollten; zuletzt von 1981 bis 1984. Zahlreiche Sammler und Händler wie Leigh Price, Bruce Barlow, George Godas oder Wayne Thompson versuchten ihr Glück mit Stufenbergbau. Wayne Thompson erwarb 1995 mit James Horner, dem Hollywoodkomponisten (Titanic, Braveheart) die Abbaurechte und begannen die Mine auszugraben; bereits 1996 fand man ein ungewöhnlich großes Pocket von 4 x 1 x 0,1 m welches Wulfenitstufen mit Kristallen bis 4 cm für über $ 1 Million lieferte. Auch ich erwarb damals meine ersten Red Cloud Wulfenitstufen und meine Liebe zu Wulfenit war entbrannt.

Der für die Red Cloud Mine so oft verwendete Spruch „Wulfenite is Love“ – als Graffiti in der Mine. Foto Gerd M. Wiedenbeck.
Förderturm und Open Pit (Tagbau) beim Besuch 2003 Foto Gerd M. Wiedenbeck.

Die Mine wurde in den späten 1990er Jahren an den Bergbauspezialisten Bryan Lees (Rhodochrosite aus der Sweet Home Mine) aus Colorado verpachtet, der die Mine bis 2003 betrieb und den Tagebau in die Tiefe vergrößerte und eine große Abraumhalde („Mount Sutton“ benannt nach dem Chefgeologen Graham Sutton) erschuf. Die Mine wurde bis auf eine Tiefe von 32 Metern unter Gelände …

In Mineralica 2025-3

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