Mineralica 2025-3

Klassisches Sammeln in Reinkultur: Samm­ler­por­trait von Karl Wanek

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Johann Zenz (2025): Klassisches Sammeln in Reinkultur: Sammlerportrait von Karl Wanek. Mineralica 2025-3, S. 10–18.

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Johann Zenz (2025): Klassisches Sammeln in Reinkultur: Sammlerportrait von Karl Wanek. Mineralica online, August 2025. https://mineralica.com/a/v0g4m3 (abgerufen am 13. Oktober 2026)

Karl Wanek aus Gloggnitz fand fast alle seiner rund 5000 Stufen selbst – in alpinen Klüften, alten Bergwerken und im Ausland. Johann Zenz porträtiert einen der bedeutendsten Sammler Österreichs und seine Partnerin Renate Kain.

Klassisches Sammeln in Reinkultur: Sammlerportrait von Karl Wanek
Foto Renate Kain.

In einer Zeit, in der ein Großteil des Erwerbs und des „Sammelns“ von Mineralien und Kristallstufen über das Internet und mit oft kaum mehr vorstellbaren Verkaufspreisen abgewickelt wird, scheint die Spezies derer, welche ihre Sammlungsstücke auch heute noch selbst in der Natur aufspüren und abbauen, im Verschwinden begriffen. Einer der bedeutendsten österreichischen Sammler, der fast 60 Jahre lang aktiv zahlreiche regionale, aber auch internationale Fundstellen erfolgreich bearbeitet hat, ist Karl Wanek aus Gloggnitz in Niederösterreich.

Der erste Kontakt

Karl Wanek wurde im Jahr 1944 geboren und wuchs in einer schwierigen Zeit in Hirschwang im südlichen Niederösterreich auf. Diese Region hat zwar durchaus eine lange Bergbautradition, aber Funde von wirklich hochwertigen Mineralien sind eher eine Seltenheit. Trotzdem erwachte bald das Interesse an diesen schönen Naturprodukten und mit den ersten selbst gefundenen Steinen (Kupfererz, Malachit, Azurit) wurde bald ein Alpengarten errichtet.

Rauchquarz. Oblitzen, Grenzgebiet Salzburg-Kärnten, Österreich. Höhe 16 cm Sammlung Karl Wanek, Foto Johann Zenz.

Der Schulunterricht zählte nicht unbedingt zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Als er wieder einmal zu einem längeren „Strafaufenthalt“ im Naturkundekabinett verdonnert wurde, entdeckte er in der Schulmineraliensammlung einen funkelnden Bergkristall, der dann wenig später seinen Alpengarten zierte.

Nach der Heirat in sehr jungen Jahren und der Geburt seiner Tochter erfolgte im Jahr 1966 der erste größere Urlaub in Zell am See in Salzburg. Im Frühstücksraum der Unterkunft stand ein Schrank mit prächtigen einheimischen Kristallen, der Karl sofort faszinierte. Auf dem Kitzsteinhorn konnte er in den folgenden Tagen seine ersten Alpinmineralien wie Aktinolith, kleine Bergkristalle, Epidot und Adular finden. Die Begeisterung für eine lebenslange Beschäftigung mit schönen Steinen war entfacht.

Eine perfekte Symbiose mit Lebenspartnerin Renate

Weitere Sammeltouren brachten in den Folgejahren immer wieder schöne Eigenfunde. Mangels eigenem Auto musste meist das Moped als Transportmittel herhalten. Die Ziele waren dadurch auf lokale Vorkommen in Niederösterreich und in der angrenzenden Steiermark beschränkt. Eine besondere Anziehungskraft übte hier der ehemalige große Magnesitbergbau in der Veitsch, Steiermark, aus, der über viele Jahre zum regelmäßigen Ziel von etwa 140 (!) Sammelfahrten wurde und die Ausdauer oft mit wunderschönen Aragonitstufen, Magnesit- und Quarzkristallen belohnte.

Der sammlerische Turbo wurde jedoch erst durch die Bekanntschaft mit der ebenfalls an Mineralien interessierten Renate Kain so richtig gezündet, die er schließlich 1995 heiratete. Mit ihr unternahm er in 30 Jahren hunderte Mineralientouren und zahlreiche Reisen, auch zu ausländischen Fundstellen. Renate war für Karl die perfekte Begleiterin und konnte auf den gemeinsamen Sammelexkursionen auch selbst zahlreiche schöne Steine entdecken und bergen.

Prächtige Stufe mit Quarzkristallen, Pyrit und Kupferkies vom Bergbau Rotgülden, Salzburg, Österreich. 6 cm Sammlung Karl Wanek, Foto Johann Zenz.
Quarzkristallgruppe auf großen Kupferkieskristallen. Ebenfalls Bergbau Rotgülden, Bildausschnitt 6 cm. Sammlung Karl Wanek, Foto Johann Zenz.

Bergwerke und hochalpines Gelände

Neben den einheimischen Fundstellen rückten sehr bald die alpinen Klüfte ins Zentrum des sammlerischen Interesses. Glückliche Zusammentreffen mit Salzburger „Strahlern“ wie Kurt Nowak und dem Gasteiner Toni Zlöbl, die als seine Lehrmeister fungierten, führten ihn in Folge zu ausgezeichneten Eigenfunden: Quarzkristalle bis 45 cm Größe und hervorragende Adulare vom Ortberg im Gasteinertal, Salzburg, prächtige Kristalle vom Ankogel und vom Auernig …

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Dieser Artikel steht auf den Seiten 10–18. Die ersten 2 Seiten können Sie frei durchblättern.

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