Mineralica 2026-3

Smaragd: Grünes Feuer aus dem Habachtal

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Edith Wallenta & Otmar Wallenta (2026): Smaragd: Grünes Feuer aus dem Habachtal. Mineralica 2026-3, S. 28–37.

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Edith Wallenta & Otmar Wallenta (2026): Smaragd: Grünes Feuer aus dem Habachtal. Mineralica online, September 2026. https://mineralica.com/a/pyDaWX (abgerufen am 13. Oktober 2026)

Die Leckbachrinne im Habachtal zählt mit ihren Smaragden zu den bekanntesten Fundstellen der Ostalpen. Edith und Otmar Wallenta ordnen die lückenhaft überlieferte Bergbaugeschichte und erzählen von einem Smaragd, den erst die Säge freilegte.

Smaragd: Grünes Feuer aus dem Habachtal
Foto Mark Mauthner.

Für Mineraliensammler, Wissenschaftler, aber auch für Glücksritter ist die Leckbachrinne im Habachtal, Gemeinde Bramberg, mit ihren Smaragden eine der bekanntesten Mineralienfundstellen der Ostalpen. Die Geschichte der Entdeckung und der bergbaulichen Erschließung des Vorkommens ist nur lückenhaft und oft wenig detailliert dokumentiert. Wichtige Inhalte wurden häufig sogar widersprüchlich wiedergegeben, und unterschiedliche Benennungen von Örtlichkeiten erschwerten die Zuordnung zusätzlich.

Zur Geschichte des Smaragdabbaus

Im Folgenden sollen einige wichtige historische Ereignisse rund um den Smaragdabbau zusammengefasst werden. Generell gilt: Ein Bergbau im hochalpinen Gelände über 2.000 m, wo die Stollen und Anlagen nur wenige Monate im Jahr schnee- und eisfrei sind, bedeutet für alle Beteiligten eine große Herausforderung.

Die Anfänge der Smaragdfunde im Habachtal sind nicht restlos geklärt.

Smaragd aus dem im Text beschriebenen Fund von 1996: Die Stufe auf der linken Seite zeigt über 70 klare Kristalle bester Qualität und Farbe mit Endflächen, hier ein Ausschnitt daraus. Leckbachrinne, Habachtal, Salzburg. Stufe 8 × 6 cm, Kristallgrößen 2 bis 10 mm. Sammlung Wallenta, Foto Mark Mauthner.

So wurde vielfach darüber spekuliert, ob die Smaragdlagerstätte im Habachtal, Pinzgau, Salzburg, bereits den Kelten und Römern bekannt gewesen sei und dort vielleicht schon Abbau betrieben wurde. Historische Funde könnten darauf hinweisen.

In seiner umfangreichen Arbeit zur Geschichte des Smaragdbergbaus im Habachtal zeigte Schmetzer, dass einige alte Berichte über einen Smaragdabbau ab dem 16. Jahrhundert kritisch zu betrachten und als fehlerhaft zu bewerten sind.

So wurde beispielsweise in der Literatur für das Jahr 1593 ein Erdrutsch im Habachtal erwähnt, bei dem angeblich die „Smaragdgruben“ zerstört worden sein sollen. In Wirklichkeit dürften davon aber die weiter talauswärts liegenden Silbergruben am Gamskogel betroffen gewesen sein. Als erster ernst zu nehmender schriftlicher Hinweis auf ein Smaragdvorkommen im Habachtal bleibt damit der Briefwechsel der Erzherzogin Anna de Medici mit ihrem Bruder Ferdinand II., Großherzog der Toskana, aus dem Jahr 1669. Darin scheint das Vorkommen tatsächlich schon bekannt gewesen zu sein: Wie sie schreibt, soll der Gelehrte und Naturforscher Niels Stensen, Entdecker der Winkelkonstanz, auf seiner Reise durch Tirol und Salzburg auch „…die Smaragdgruben“ aufgesucht haben (Schmetzer 2023).

Ausblick vom D-Stollen auf die Bergkette des Habachtals. Foto Georg Praßberger.
Blick auf den D-Stollen mit der Waschanlage, zwei Sammler beim Aussieben. Aufnahme etwa 2019. Der C-Stollen liegt knapp unterhalb des unteren Bildrands. Foto Georg Praßberger.

Die erste wissenschaftliche Erwähnung eines Smaragdvorkommens im „Heubachthale“ findet sich 1797 bei Kaspar Melchior Schroll, einem „hochfürstlichen Bergrathe“. Die ersten Smaragdstufen aus dem Habachtal, die für das k. k. Naturaliencabinet in Wien angekauft wurden, sind im Inventar von 1807 verzeichnet. 1859 berichtete Ludwig Ritter von Köchel, bekannt durch das Köchel-Verzeichnis der Werke von W. A. Mozart, in seinem Buch „Mineralien des Herzogthumes Salzburg“ über das Smaragdvorkommen im Habachtal. Seine Feststellung, das Vorkommen sei stark ausgebeutet, dürfte dabei stark besammelt und nicht bergmännisch abgebaut bedeuten (Niedermayr 1996).

1860 begann der Wiener Juwelier Samuel Goldschmidt mit dem Abbau des Vorkommens, allerdings mit wechselndem Erfolg. 1862 erwarb er um 1.000 Kronen ein Areal von, nach heutigem Maß, rund einem Quadratkilometer um das Vorkommen aus Staatsbesitz. Da Edelsteine nicht unter das Berggesetz fielen und damit kein Bergbauprivileg verliehen werden konnte, gehörten die Smaragde dem Grundbesitzer. Goldschmidt ließ in ca. 2.200 m Höhe Stollen vortreiben und ein Berghaus als Knappenunterkunft errichten (Schmetzer 2023).

Peter Lausecker erwähnte für die Zeit um 1861/62 den Vortrieb von drei Stollen unterhalb der Leckbachscharte als vermutlich ersten geregelten Bergbau unter Samuel Goldschmidt. In dieser Zeit wurde auch ein großer, schöner Smaragd gefunden, der nach dem Schleifen 42 Karat wog und heute die englischen Kronjuwelen ziert. Trotz einiger beachtlicher Erfolge blieb der Betrieb auf lange Sicht unrentabel und wechselte wiederholt seine Betreiber (Lausecker 1986).

1896 erwarb die „Emerald Mines Ltd.“ das Eigentumsrecht. Zeitweise wurden bis zu 30 Knappen beschäftigt. In dieser Zeit, um 1900, wurde in 2.160 m Höhe der C-Stollen, der „Engländerstollen“, angeschlagen. Die Jahresausbeuten an unreinen und schleifwürdigen Steinen erbrachten zwischen 40.000 und 60.000 Gulden. Das Jahr 1903 war mit 68.000 Karat, also 13,6 kg Smaragd, besonders erfolgreich. Die guten Rohsteine wurden zum Schleifen in die Kronkolonie Indien geschickt und kamen anschließend als funkelnde „Indische Smaragde“ auf den Markt, wo sie höhere Preise erzielten als „Habacher“, die keiner kannte (Lausecker 1986).

Wegen der Verschuldung der englischen Bergbaugesellschaft erstellte Dr. Theodor Ohnesorge von der Geologischen Reichsanstalt Wien 1912 ein Wertgutachten über die Smaragdmine. Darin wurde erstmals die Existenz von vier Stollen benannt, die mit A, B, C und D bezeichnet wurden; das Mundloch des D-Stollens beschrieb er als verschüttet (Schmetzer 2023).

1913 ging der Besitz des Bergwerks an drei Bauern der Gemeinde Bramberg über; von da an wechselten die Besitzer der Smaragdgrube mehrfach. In den Nachkriegsjahren ab 1917 wurde unter dem neuen Betreiber Anton Hager in 2.180 m Höhe der D-Stollen („Smaragdstollen“), ca. 20 m über dem C-Stollen, wieder geöffnet. Er erwies sich als sehr ertragreich. Außerdem plante Hager, mit Investoren …

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Dieser Artikel steht auf den Seiten 28–37. Die ersten 2 Seiten können Sie frei durchblättern.

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