Mineralica 2026-1

Die Fundstelle Kaiserbründl an der Gratlspitze, Tirol

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Thomas Wimmer (2026): Die Fundstelle Kaiserbründl an der Gratlspitze, Tirol. Mineralica 2026-1, S. 56–63.

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Thomas Wimmer (2026): Die Fundstelle Kaiserbründl an der Gratlspitze, Tirol. Mineralica online, Februar 2026. https://mineralica.com/a/5u6u9x (abgerufen am 13. Oktober 2026)

Am Kaiserbründl an der Gratlspitze in Tirol wurde schon in der Bronzezeit Erz abgebaut. Thomas Wimmer kam wegen des bunten Schleifmaterials und fand auf den Halden eine Fülle farbiger Mikromineralien.

Kugel aus brekziösem Schwazer Dolomit mit Azurit und Calcit, Durchmesser ca. 75 mm. Sammlung und Foto Thomas Wimmer.

Aufmerksam auf die Fundstelle am Kaiserbründl im österreichischen Bundesland Tirol wurde ich erstmals bei der Suche nach den bei Steinschleifern begehrten bunten Kalksteinkonglomeraten aus der Kundler Klamm. Gelblich-rötliche und zum Teil auch schneeweiße Gesteinsbrocken mit grünen und blauen Flecken erregten hierbei mein Interesse. Von einem befreundeten Sammler erfuhr ich, dass das Material von der oberhalb gelegenen Holzalm stammen solle. Eine Recherche im Mineralienatlas ergab, dass es sich um die Fundstelle Kaiserbründl an der Nordostseite der Gratlspitze handelt.

Das Kaiserbründl liegt im Rattenberger Bergbaurevier, in früheren Zeiten auch Thierberger Revier genannt. Die Erzvorkommen liegen hier im Schwazer Dolomit des Unterdevon. Der Dolomit verläuft ungefähr parallel zum Inntal vom Eiblschrofen bei Schwaz bis zum Hösljoch südöstlich der Gratlspitze. Durch Funde von Steinwerkzeugen, von Knochen aus Speiseresten und von Keramik kann ein bronzezeitlicher Abbau der Erze von der Holzalm bis hinauf in den Gipfelbereich der Gratlspitze nachgewiesen werden. Eine erste schriftliche Erwähnung zu einem mittelalterlichen Bergbau datiert aus dem Jahr 1416. Aus den abgebauten Erzen wurde vor allem Kupfer und Silber gewonnen.

Der Autor mit einem angeschliffenem Stück aus brekziösem Schwazer Dolomit.

Wir erreichen die Fundstelle ab Brixlegg nach einer Auffahrt von gut 7 km Länge über anfangs noch geteerte, später nur noch geschotterte Straßen bis kurz unterhalb der Holzalm. Je nach Jahreszeit sollte man früh dran sein, wenn man sich einen der wenigen Parkplätze direkt am Viehgatter sichern möchte. Vom Parkplatz erreichen wir in wenigen Minuten die Holzalm. Bereits hier fallen …

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