Achate aus der im zentralen Westen Argentiniens liegenden Provinz Mendoza sind seit Mitte der 1990er Jahre in größeren Mengen auf dem Markt erhältlich und zählen heute nach wie vor zu den begehrtesten Achaten weltweit. Der vorliegende Artikel möchte diese farbenfrohen kryptokristallinen Quarzvarietäten samt ihrer interessanten Fundgeschichte und der aktuellen Sammelsituation näher vorstellen.
Lage, Klima und Wirtschaft
Die vor allem aufgrund ihrer ausgezeichneten Weine auch in Europa und den USA bekannte Provinz Mendoza liegt im Zentrum Argentiniens und grenzt im Westen an Chile. Ein Großteil der Landschaft besteht aus der typischen Trockensteppe, die gelegentlich mit kleineren Sandwüsten abwechselt. Im westlichen Teil beeindruckt die schroffe Gebirgslandschaft der Anden, auch deren bekanntester und gleichzeitig höchster Gipfel Amerikas, der 6961 m hohe Aconcagua (ein ehemaliger Vulkan), thront hier majestätisch nahe der Grenze zu Chile.
In der in 18 Departamentos aufgeteilten Provinz Mendoza herrscht ein trockenes, kontinentales Klima mit großen Tag- und Nachtunterschieden, ziemlich warmen Sommermonaten, kalten Wintermonaten und eher geringen Niederschlagsmengen vor.
Die bedeutendsten Städte entstanden meist im Umfeld der ehemaligen Oasen bei Mendoza City, Guaymallén, Las Heras sowie Godoy Cruz. Die in Sammlerkreisen wegen ihrer sedimentär gebildeten Achatvorkommen („Puma-Achate“) ebenfalls bekannte Kleinstadt Malargüe liegt im nur wenig besiedelten Süden der Provinz.
Wie bereits erwähnt, ist der Wein mit seiner wichtigsten Sorte Malbec das bedeutendste Exportgut in Mendoza. Darüber hinaus wird Landwirtschaft betrieben und etwas Erdöl gefördert. Die Provinz ist vor allem aus verkehrstechnischer Sicht als „Tor nach Chile“ von großer Bedeutung.
Die Stadt San Rafael liegt im zen- tralen Süden der Provinz am Fuße der Anden und nahe dem durch sein smaragdgrünes Wasser beeindruckenden Rio Atuel. In der weiteren Umgebung von San Rafael befinden sich zahlreiche Achatfundstellen, die bis in die Gegenwart ausgezeichnete Achate in relativ großen Mengen liefern.
Geologische Situation
Die Provinz Mendoza kann in drei große geologische Zonen aufgeteilt werden: die Precordillera-Cordillera Frontal, die Cordillera Principal und die Coastal Cordillera. Vor allem die Precordillera-Cordillera Frontal-Zone (auch San Rafael-Block genannt) ist für die Achatvorkommen um San Rafael von Bedeutung. Sie ist vor allem aus früh- bis spätpalöozoischen Sedimenten aufgebaut, die im Zuge von Subduktions- und Hebungsprozessen im späten Miozän und Pliozän teilweise wieder an die Oberfläche gelangten. Der westliche Teil dieser Sedimente wurde im Devon stark deformiert. Darüber hinaus gibt es präkambrische bis frühpaläozoische metamorphe Gesteine. Auf diesen alten Gesteinen lagern andesitische-rhyoli- thische Vulkanitdecken der Choiyoi/Cochicó-Gruppe, die vor allem im San Rafael-Block aufgeschlossen sind. Dazwischen treten in allen Lagen karbonische und triassische Granite auf. Der San Rafael-Block ist bekannt für besonders heftige und lang andauernde tektonische und vulkanische Aktivität (Mogessie et al., 1999). Es treten vor allem andesitische Laven, rhyolithische Tuffe und Ignimbrite sowie Trachyte und keratophyrische Laven auf, die über älteren Schichten aus dem Karbon und Früh-Perm lagern. Selbst werden sie teilweise wieder von Sedimenten aus dem Mittel- und Spät-Perm überlagert. Südlich des Rio Atuel ist eine Serie mit verschiedenen sedimentären und vulkanischen Gesteinen aus dem Tertiär und Quartär zu beobachten (Cingolani & Ramos, 2017).
Die spannende Fundgeschichte
Keine andere Achatfundstelle weltweit hat für derartige intensive Diskussionen und Konflikte innerhalb von Sammlerkreisen gesorgt, wie jene von San Rafael. Grund dafür sind unkorrekte Fundortangaben, die sich bedauerlicherweise auch in manchen einschlägigen Veröffentlichungen bis heute wiederfinden.
Die bekannte Edelsteinfirma Ruppenthal in Idar-Oberstein bot bereits ab Ende der 1970er Jahre rohe Achate aus Argentinien, eindeutig aus der Region San Rafael stammend, in größeren Mengen zum Verkauf an. Der deutsch-argentinische Mineralienhändler Diego Weber brachte erstmals ab Beginn der 1980er Jahre Achate aus San Rafael als Verkaufsware auf die Münchener Mineralientage – mit der korrekten Fundortangabe versehen. Eine exakte Darstellung der Chronologie der interessanten Fundgeschichte der Achate von San Rafael findet sich bei Mayer (2015).
1993 wurden Achate aus San Rafael erstmals in den USA angeboten, und zwar vom mittlerweile in den USA lebenden ehemaligen argentinischen Schauspieler Luis de los Santos. Er versah diese Achate mit der bis heute vor allem in angloamerikanischen Sammlerkreisen beliebten Handelsbezeichnung „Condor“-Achate“ (nach dem mächtigen Herrscher der Lüfte in der Andenregion, dem südamerikanischen Kondor), die er nun in den folgenden Jahren bis in die Gegenwart in teilweise recht großen Mengen in die USA brachte und bringt. Aus unbekannten Gründen gab er jedoch ursprünglich als Fundort die fast 1000 km (!) weiter südlich gelegene argentinische Provinz Chubut an. Darüber hinaus bezeichnet er sich selbst bis heute als Erstentdecker sämtlicher Fundorte der Achate in der Region, auf deren Spur er angeblich durch einen alten deutschen Prospektor gestoßen sein wollte. Einige, ausschließlich auf diesen Infos basierende und möglicherweise zur besseren Vermarktung der Achate von de los Santos selbst lancierte Artikel in amerikanischen Sammlerzeitschriften wie Rock & Gem (Jones, 1995; Strong 1998) oder dem Lapidary Journal (Frazier, 1996) übernahmen bedauerlicherweise zumindest teilweise diese falsche Fundortbezeichnung und sorgten so für eine in manchen Fällen bis heute (auch im Internet) tradierte unpräzise Herkunftsangabe.
Erst der deutsche Sammler und Achathändler Peter Jeckel aus Worms brachte schließlich Ordnung in das Fundortchaos und wies mit einigen Publikationen in deutschen Fachzeitschriften eindeutig den korrekten Fundort San Rafael in der Provinz Mendoza nach. Bedauerlicherweise sorgte dies für intensive Konflikte mit dem selbsternannten „Erstfinder“, die auch in recht seltsamen Störaktionen von Luis de los Santos im Rahmen der Buchpräsentation von Achate I / Agates I in Tucson im Jahr 2006 gipfelten und bis heute in Sammlerkreisen einiges an Diskussionsstoff liefern. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Fundortfrage bei europäischen Sammlern eine wesentlich größere Bedeutung zu haben scheint, als dies bei ihren amerikanischen Sammlerkollegen der Fall ist, wohl auch eine Frage der jeweiligen Sammelphilosophie. Für amerikanische Sammler und Händler ist es oft wesentlich wichtiger, einem Achat einen zugkräftigen Handelsnamen zu verleihen, als einen zumindest einigermaßen genauen Fundort anzugeben. Dahinter mag in manchen Fällen vielleicht auch die berechtigte Angst vor einer unbefugten Ausbeutung der Fundstelle durch andere Sammler und Prospektoren stehen.
Der leider viel zu früh verstorbene Peter Jeckel importierte ab Ende der 1990er Jahre argentinische Rohachate in großer Menge nach Deutschland und besuchte über Jahre hinweg auch selbst mehrfach die Fundstellen um San Rafael. Eine seiner Quellen in San Rafael war Marta Vandemandier mit ihrem damaligen Lebenspartner Roberto Douglas, die Rohmaterial aus der Umgebung in großem Stil aufkauften und weiter vertrieben. Der ebenfalls leider bereits verstorbene, weltweit auf Mineralienschauen aktive Händler Jorge Dascal bot immer wieder schöne Achate aus San Rafael an. Über das argentinische Händlerpaar Ricardo und Claudia Birnie wurden einige Jahre lang ausgezeichnete Achate aus San Rafael auf den Markt gebracht. Der Amerikaner Levy Haywood lebte einige Zeit in der Nähe von San Rafael und verkaufte größere Mengen an Achaten, vor allem in die USA. Sein damaliger Partner Christopher Jones ist nach wie vor im Online-Achathandel in Argentinien aktiv und gestaltet mit Sergio Nievas regelmäßig live-sales in sozialen Medien. Gegenwärtig gibt es einige weitere lokale Händler, wie Gabriel Farias, Fabian Vitaloni, Leandro Salazar, Carlos Santiago Flores und Leandro Narambuena, die ihr Rohmaterial und auch gesägte Achate vorwiegend über das Internet an den Mann oder die Frau bringen und auch direkt an internationale Einkäufer vor Ort veräußern. Die ehemalige Ehefrau von Luis de Los Santos, Ana, betreibt mit ihrer Firma Del Sur Agates seit Jahren erfolgreich ihr eigenes Achatbusiness in den USA und bringt unter anderem nach wie vor regelmäßig ausgezeichnete Achate aus Argentinien auf den amerikanischen Markt.
Die Fundstellen
Die einzelnen, meist eher kleinräumigen Fundstellen befinden sich in einem durchwegs schwierig erreichbaren Gebiet, etwa 40 km von der Stadt San Rafael entfernt, in unmittelbarer Umgebung des Cañon del Atuel und des Valle Grande. Die schroffe Landschaft im Bereich der Fundstellen ist durchaus beeindruckend: bizarre Felsformationen und teilweise verwitterte Lavaströme hinterlassen auch ohne Achate bleibende Eindrücke bei den Besuchern. Durch die über Millionen von Jahren andauernde Erosion wurden zahlreiche Achate aus dem etwas weicheren Muttergestein freigelegt und präsentierten sich auf der Oberfläche liegend den Erstfindern. Mittlerweile bedarf es jedoch großer Mühe, weiter Fußwege und einer Menge an körperlicher Ausdauer, um Achate aus dem zähen Gestein abzubauen. In den meisten Fällen ist aufgrund der Geländebeschaffenheit eine Verwendung von schwereren Maschinen nicht möglich. Holzmann (2021) beschreibt recht anschaulich, unter welch schwierigen lokalen Gegebenheiten in der Region San Rafael nach Achaten gesucht wird.
Von einem Besuch der Fundstellen auf eigene Faust ist dringend abzuraten. Die meisten befinden sich auf Privatgebiet und dürfen ohne vorherige Zustimmung des Grundeigentümers nicht betreten werden. Die Fundgebiete sind durch die schroffe Landschaftsstruktur an sich bereits nicht ungefährlich, und man kann sich in der von tiefen Taleinschnitten geprägten, meist ziemlich ähnlich aussehenden zerklüfteten Gebirgslandschaft sehr schnell einmal komplett verirren.
Der bereits erwähnte Peter Jeckel war der erste, der genauere Fundortbezeichnungen für die um San Rafael gefundenen Achate angegeben hat. In der Folge wurde dies durchaus gebräuchlich, so dass mittlerweile eine Menge verschiedene Fundortangaben in Sammlungen kursiert. Einige davon dürften jedoch nur absoluten Insidern mit genauer Ortskenntnis Rückschlüsse auf das tatsächliche Fundgebiet liefern und sind teilweise wohl auch mit individuellen Erlebnissen verknüpft (zum Beispiel der Fundbereich El Resbalon = „Der Fehltritt“). In manchen Fällen, ist es möglich Achate gewissen Fundbereichen exakt zuzuordnen, etwa aufgrund des anhaftenden Muttergesteins oder der Formen.
Die bislang beobachteten Fundortnamen sind Cerro Negro, Cerro Victoria, Los Leones, Los Nogales, Los Noqui(o)s, Sierra Pintada (von hier stammen wohl die ersten auf den Markt gekommenen Achate dieser Region), Rio Colorado, India Muerta, Los Arenas, Los Toldos, Los Condores, Piedra Partida, Tierra Blanca, Olvera Castana, River Crossing/Rio Azul, Valle Escondido, Valle Grande und El Fondo.
In den letzten Monaten wurden Achate von „neuen“ Fundstellen angeboten, die unter den Namen Bajo de las Cabras („Unter den Ziegen“) und Agua Poca firmieren. Über die korrekte Zuordnung der Achate zum jeweiligen Fundbereich läuft aktuell wiederum eine recht angeregte Diskussion in sozialen Medien, wo mitunter auch behauptet wird, dass diese beiden neuen Fundortnamen eigentlich mit dem bereits bekannten Fundbereich El Resbalon identisch sein sollen. Bei manchen Fundstellenbezeichnungen dürften auf jeden Fall die selben Gebiete gemeint sein, sie wurden lediglich von verschiedenen Händlern mit unterschiedlichen Namen versehen, wie etwa River Crossing und Rio Azul.
Einige Verwirrung besteht derzeit auch noch bei den wunderschönen Lithophysenachaten, die nun meist unter der Fundortbezeichnung Rio Colorado aus der Region San Rafael angeboten werden. Ursprünglich wurden die selben Stücke aber auch mit der Fundortangabe Provinz Neuquen versehen, was höchstwahrscheinlich wiederum eine Fehlbenennung gewesen sein dürfte. Ganz ähnliches Material, das nun als Rio Colorado angegeben wird, findet sich nachweislich in zumindest einer der Kiesgruben bei San Rafael, mit durch den Verfrachtungsweg naturgemäß etwas abgerollter Außenhülle. Diese Achate können also wohl eher nicht aus der südlich an Mendoza angrenzenden Provinz Neuquen in die Region San Rafael auf natürliche Weise transportiert worden sein.
Besonderheiten der Achate von San Rafael
Warum sind die Achate aus der Region San Rafael in Sammlerkreisen so begehrt?
Sie beeindrucken neben der nach wie vor reichlichen Verfügbarkeit und noch einigermaßen akzeptablen Preisen vor allem durch eine unglaubliche Vielfalt an Farben, Formen und Zeichnungen. Die vorherrschenden Farben sind braune, gelbe und orange Schattierungen, oft in kontrastreichen Kombinationen miteinander auftretend. Die besten Stücke zeigen auch intensive rote, pinke, blaue, schwarze oder weiße Tönungen.
Recht typisch und weit verbreitet in Achaten aus Mendoza ist das Phänomen der Chromatographie. Darunter versteht man unvermittelt auftretende Farbänderungen innerhalb eines Bandsystems im Achat, die offenbar durch dünne, trennende Membrane im Chalcedon selbst, aber mitunter auch durch Auslaugungserscheinungen entstehen können.
Es treten vorwiegend Achate in Mandelform auf, die in seltenen Fällen mitunter beachtliche Größen bis zu 30 cm und mehr erreichen können. Je nach dem jeweiligen Fundbereich sind die äußeren Krusten limonitisch-braun oder als graugrüner, eher glatter Chalcedon ausgebildet. Die Form insgesamt kann von kugelförmig bis langgestreckt und zerklüftet variieren. Manche Fundorte lieferten Achate mit recht dicken eisenkarbonatreichen Außenhüllen, die ein oft farbenprächtiges, fein gebändertes Achatsystem einrahmen. Vom neueren Fundbereich Agua Poca stammen Achate, die teilweise von weißbräunlichen Krusten aus Karbonaten überzogen sind.
Oft zeigt das Schnittbild scharfkantige Fortifikationsachattexturen, andere Achate haben wiederum eine eher sanft abgerundete Achatbänderung. Das bekannte Phänomen des Schattenachates („Wegeler“) tritt bei Achaten von San Rafael vergleichsweise selten auf, auch die so genannte Gravitationsbänderung („Uruguaybänderung“) mit ihren planparallelen Lagen konnte bisher nur in ganz wenigen Stücken festgestellt werden.
Einschlüsse in Form von Pseudomorphosen und Perimorphosen sind eher häufiger zu beobachten, oft bestehen diese aus diversen Calcit- oder anderen Karbonatbildungen, auch Augenzeichnungen können beim glücklichen Schnitt durch einen Rohachat gelegentlich entstehen.
Extrem selten beinhalten Achate aus Mendoza die in Sammlerkreisen recht begehrten Plume-Strukturen (baum-/strauchartige Wachstumstexturen).
In Hohlräumen im Zentrum der Mandeln können klare Quarzkristalle, ganz selten helle Amethystkristalle und mitunter recht gut ausgebildete weiße Calcitkristalle auskristallisiert sein.
Auch Gangachate werden im Gebiet um San Rafael gefunden. Der bereits relativ lange bekannte Fundbereich Sierra Pintada lieferte hier wohl bisher die besten Exemplare. Viele der hier gefundenen Achate sind als Zwickelfüllungen im Muttergestein entstanden.
Darüber hinaus gibt es in den um San Rafael auftretenden rhyolithischen Gesteinen prächtige Lithophysenachate in den für „Condor-Achate“ typischen Farbschattierungen (Rio Colorado).
Sammlungen
Achate von San Rafael bereichern nun bereits seit mehr als 30 Jahren den internationalen Markt. Es ist daher nicht besonders verwunderlich, dass in einem Großteil der bedeutendsten Achatsammlungen weltweit zumindest eine größere Suite an Achaten aus diesem Fundgebiet vorhanden ist. Führende Sammler in Europa mit großartigen Argentinien-Sammlungen sind beispielsweise Hannes Holzmann aus Österreich, Thorsten Jakob, Tino Mauksch und Uwe Reier aus Deutschland oder Fady Kamar aus den Niederlanden. Die ehemalige Weltklasse-Achatsammlung von Dietrich Mayer aus Deutschland wurde kürzlich an den polnischen Händler Tomek Praszkier und den amerikanischen High-End-Mineralienhändler Daniel Trinchillo veräußert und wird über diese Quellen wohl bald neue Sammlungen erreichen. In den USA selbst sind neben vielen anderen beispielsweise vor allem die Sammlung von Fred Frelinghuysen aus Tucson in Arizona oder jene des bekannten Autors und Sammlers Pat McMahan aus Cottonwood in Arizona von Bedeutung. Eine eher kurzfristige, aber außergewöhnliche Zusammenstellung von Achaten aus San Rafael präsentierte der kürzlich verstorbene amerikanische Mineralienhändler Dave Wilber unter anderem im Rahmen der Sonderschau „Achate“ auf den Münchener Mineralientagen 2005. Die hervorragenden Stücke stammten alle ursprünglich von Luis de los Santos und erregten große Aufmerksamkeit, auch wegen eines vollen Lunchpakets, das Wilber bei der Bestückung der Vitrine am Aufbautag versehentlich darin vergessen hatte...
Preisentwicklung und Ausblick
Die Achate von San Rafael konnte man eigentlich nie, nicht einmal in den Jahren des Erscheinens auf dem Markt, in den besseren Qualitäten als wirklich preisgünstig bezeichnen. Der Autor erinnert sich an ein Zimmer im Rahmen der Denver Gem & Mineral Show im Jahr 1995, in dem der bereits erwähnte Luis de los Santos unzählige geschliffene argentinische Achate zum Verkauf vorbereitet hatte, damals durchaus eine Sensation. Preise von mehreren hundert US Dollar für schönere Hälften waren bereits zu dieser Zeit keine Seltenheit. Gegenwärtig erreichen ausgezeichnete Stücke von Achaten aus Mendoza durchaus den fünfstelligen Euro- oder Dollarbereich. Der Verfasser dieser Zeilen war zugegen, als im Rahmen der Tucson Mineral Show 2025 ein relativ großer Achat aus San Rafael für 12.000 US $ völlig unkompliziert den Besitzer wechselte.
Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele Sammler, die über eine entsprechende maschinelle Ausstattung verfügen, bevorzugt das lange Zeit wesentlich günstigere Rohmaterial erworben haben, um daraus das ein oder andere Spitzenstück schneiden zu können, das den Aufwand dann doch als lohnend erscheinen lässt. Allerdings ist hier die Prozentrate an schlechtem und durchschnittlichem Material meist dann doch relativ hoch.
Sowohl Rohmaterial als auch geschnittene und polierte Sammlungsstücke sind derzeit noch in vergleichsweise großen Mengen auf dem Markt erhältlich. Es ist also heutzutage nach wie vor möglich, mit einiger Sachkenntnis, Ausdauer und vor allem einem entsprechenden finanziellen Background ausgestattet, eine vorzügliche Sammlung von Achaten aus der argentinischen Provinz Mendoza aufzubauen, denn der Nachschub an geeigneten Rohsteinen dürfte zumindest noch in den kommenden Jahren anhalten.
Dank
Der Autor ist den Herren Hannes Holzmann, Thorsten Jacob, Fady Kamar, Holger Quellmalz, Albert Russ, Dietrich Mayer und Pat McMahan für Informationen und Bildmaterial zu großem Dank verpflichtet.