Mineralica 2025-2

Stein­zeit­li­ches Berg­kris­tall­berg­werk unter dem Olperer

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Walter Ungerank (2025): Steinzeitliches Bergkristallbergwerk unter dem Olperer. Mineralica 2025-2, S. 48–56.

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Walter Ungerank (2025): Steinzeitliches Bergkristallbergwerk unter dem Olperer. Mineralica online, Juni 2025. https://mineralica.com/a/HwQc7S (abgerufen am 13. Oktober 2026)

Am Riepenkar unter dem Olperer bauten Menschen schon in der Steinzeit Bergkristall ab. Walter Ungerank erzählt, wie Sammler dort Klingen, Schaber und Pfeilspitzen aus Quarz fanden – und was die Archäologie daraus las.

Quarzkristalle aus einer Kluft, in der bereits steinzeitliche Menschen Quarz abbauten. Die Funde wurden von ihnen weiterverarbeitet, zum Beispiel zu Werkzeugen oder wie abgebildet zu Pfeilspitzen. Foto Maximilian Schiller.

Lange vor Ötzis Zeit gab es in den Zillertaler Alpen in Österreich eine Fundstelle für Rohstoffe zur Fertigung von Werkzeugen. Die Region war bereits in der Mittel- und Jungsteinzeit Teil einer bedeutenden alpinen Nord-Süd-Verbindung, die umherziehende Jäger und Sammler zwischen dem Inntal und dem Brixener Becken nutzten. Dort wurde Bergbau auf Bergkristall betrieben. Es kann angenommen werden, dass diese großen Bergkristallvorkommen eine zentrale Versorgungsstelle für vorbeiziehende Jägergruppen waren. Steinzeitliche Funde am Riepenkar im Bereich des Olperer haben dazu beigetragen, dass die Geschichte des Zillertales um eine wichtige Facette reicher geworden ist. Der Olperer liegt im westlichen Bereich der Zillertaler Alpen, nahe der Grenze zwischen Tirol (Österreich) und Südtirol (Italien).

Foto Maximilian Schiller.
Rekonstruktion von Walter Ungerank: Eine originale Quarzspitze aus der Steinzeit, in einem Nachbau als Dolch verarbeitet, mit Griff aus Steinbockhorn, wie er einst verwendet worden sein könnte. Foto Maximilian Schiller.

Neben dem Hochfeiler und Möseler ist der Olperer mit seinen 3.476 m der dritthöchste Gipfel in den Zillertaler Alpen. Seine Erstbesteigung erfolgte durch Paul Grohmann 1867, seine Führer waren Georg Samer (auch genannt „Steinklauber Josele“) und Jakob Huber. Der Aufstieg erfolgte durch das damals benannte „Rippenkar“. Später wurde daraus das „Riepenkar“.

Die Tuxer- und Zillertaler Alpen gehören zu den großen quarzführenden Regionen der Tiroler Zentralalpen und werden bevorzugt von Mineraliensammlern begangen. Der Bereich des Olperer stellt ein altes Kristallfundgebiet dar. Denn bereits in der Karte von Peter Anich aus dem Jahre 1774 findet man den Hinweis "Alpeiner Ferner wo Christall zu finden". Diese Anmerkung dürfte sicher nicht auf Grund eines Einzelfundes gemacht worden sein.

Im Jahr 1977 war Walter Ungerank (Autor dieses Textes) erstmals mit einem Sammlerkollegen an der Bergkristallfundstelle am „Riepenkar“. Dort fanden sie im Schutt relativ klare Bergkristalle bis ca. 8 cm Länge. Oberhalb befanden sich noch Eis- und Schneefelder, unter denen sie noch mehr Funde vermuteten. Auffällig war die große Anzahl an ungewöhnlich geformten Kristallscherben, die sich die Sammlerkollegen zu diesem Zeitpunkt noch nicht erklären konnten.

Rund um die heute bekannte archäologische Fundstelle waren schon damals viele andere Sammler auf der Suche nach Kristallen, die dabei möglicherweise die Überreste beschädigten.

Im Jahr 2000 wurde am genannten Bereich am Olperer vom Mineraliensucher Patrick Pataky bei besagter Berg- kristallfundstelle Quarzscherben und ein pechschwarzer ca. 3 x 2 cm kleiner Stein gefunden. Als Besonderheit nahm er auch diesen mit, …

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