Mineralica 2025-4

Interessante Neufunde aus dem Siegerland

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Matthias Reinhardt (2025): Interessante Neufunde aus dem Siegerland. Mineralica 2025-4, S. 40–47.

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Matthias Reinhardt (2025): Interessante Neufunde aus dem Siegerland. Mineralica online, Dezember 2025. https://mineralica.com/a/0b9n5b (abgerufen am 13. Oktober 2026)

Matthias Reinhardt stellt aktuelle Mikromineral-Neufunde aus dem Siegerland vor – von Halden und Pingen, mit neuen Paragenesen und dem seltenen Ludjibait aus den Knorrenberger Pingen.

Lithiophorit aus der Grube Bohlszeche, Brachbach. Bildbreite 8 mm. Sammlung und Foto Matthias Reinhardt.

Im Siegerland wird auf eine mehr als 2000 Jahre währende Bergbauhistorie verwiesen. Zunächst über Pingen und Stollen. Im späteren Verlauf der Industrialisierungsära begann man mit dem Tiefbau. So entstanden Schächte, deren Teufe über 1000 m beträgt. Das geförderte Material setzte sich überwiegend aus Eisenerz zusammen. Blei, Zink, Nickel, Kupfer und Kobalt wurden als Nebenprodukte mit gefördert.Im Siegerländer-Wieder-Erz-Distrikt wurden bis zur Schließung der letzten beiden Gruben (Grube Füsseberg bei Biersdorf-Daaden und Grube Georg bei Willroth) im Jahr 1965, insgesamt 175 Millionen Tonnen Eisenerz gefördert.In der Zeit des aktiven Abbaus wurden zahlreiche schöne und seltene Mineralien ans Licht gebracht. Viele Stufen wurden in private Sammlungen überführt oder befinden sich in Museen im In- und Ausland. Prächtige Stufen wie Rhodochrosit, Malachit, Lepidokrokit, Millerit und Galenit, um nur einige davon zu nennen, die wegen ihrer Größe und ihres Aussehens Aufmerksamkeit erregten, waren begehrte Sammlerobjekte. Mittlerweile sind zahlreiche alte Halden und ehemalige Betriebsgebäude von der Bildfläche verschwunden. Sie wurden abgerissen, überbaut oder rekultiviert. In den vergangenen Jahren konnte der Lokalsammler mithilfe von historischem Kartenmaterial und modernen Karten aus dem Internet, bestimmte Fundstellen ausfindig machen. Die Möglichkeiten, etwas zu finden, waren im Allgemeinen nicht besonders gut. Mit einer gründlichen Recherche zur Fundregion und etwas Ausdauer sind immer noch Funde möglich. Hier und da auch mal ein Neufund. In diesem und in den kommenden Beiträgen werden die Funde der letzten Jahre dem interessierten Leser präsentiert.

Grube Reichensteiner Berg, Reichenstein

Erythrin bildet kleine, maximal 0,2 mm große, rosafarbene Rosetten auf weißgelben Sideritkristallen. Der Alloklas konnte in seiner Paragenese als fein eingesprengtes silbriggraues Erz in Quarz eingewachsen beobachtet werden. In den Klüften des Siderits wurde neben Malachit der Chalkosin als blaue, undeutliche, matt glänzende Kristalle von maximal 0,2 mm Größe identifiziert. Die Kristalle erscheinen leicht gerundet und weisen außerdem eine für Chalkosin charakteristische Längsstreifung auf. Der Stibiconit wurde als gelblich-weiße Massen im Siderit identifiziert, als Umwandlungsprodukt des Ullmannits.

Der Rhodochrosit ist ein Mitglied der Calcit-Gruppe. Da der Siderit im Siegerland meist Mangan enthält, kommt er dort relativ häufig vor. Im Haldenmaterial der Grube Reichensteiner Berg, in Sideritdrusen neben Malachit, Pyrit und Chalkopyrit, bilden sich diese orangefarbenen, traubigen Kristalle von maximal 0,3 mm Größe.

Der Chalkophanit wurde einmal als winzige, rotbraune Täfelchen in Drusen des Brauneisensteins entdeckt. Er nimmt eine flächendeckende Füllung ganzer Drusen vor und weist zusätzlich einen bläulichen Glanz auf. Cerussit ist immer an seiner Seite. Im Brauneisenstein tritt Coronadit neben Pyrolusit auf und bildet kleine, schwarze, nadelige Büschel mit einer Größe von bis zu 0,5 mm.

Mitten im Wald liegt die Halde des „Neuen Schachts“ der Grube Reichensteinerberg bei Puderbach. Foto Matthias Reinhardt.
Der Schachtstein liegt, wie im Dornröschenschlaf, verborgen unter grünem Laub. Foto Matthias Reinhardt.
Alloklas eingewachsen in Quarz. Grube Reichensteinerberg, Puderbach. Bildbreite 0,8 mm. Sammlung und Foto Matthias Reinhardt.
Chalkophanit-Täfelchen kleiden einen Hohlraum im Brauneisenerz aus. Grube Reichensteinerberg, Puderbach. Bildbreite 9,8 mm. Sammlung und Foto Matthias Reinhardt.
Büschelförmig aggregierter Erythrin von der Grube Reichensteinerberg, Puderbach. Bildbreite 0,6 mm. Sammlung und Foto Matthias Reinhardt.
Traubiges Rhodochrosit-Aggregat zusammen mit Malachit. Grube Reichensteinerberg, Puderbach. Bildbreite 0,5 mm. Sammlung und Foto Matthias Reinhardt.
Gelblichweißer Stibiconit zusammen mit derbem Ullmannit von der Grube Reichensteiner Berg bei Puderbach. Bildbreite 5 mm. Sammlung und Foto Matthias Reinhardt.

Grube Fürst Moritz, Niederndorf

Im Grubenfeld „Neuer Bleiberg“ wurde im Mai 2024 in den Pingen oberhalb des Bleiberger Stollens eine kleine Silbererzparagenese gefunden.

Der Akanthit wurde in Siderit/Quarzdrusen als kleine, spitzige Kristalle auf gediegenem Silber entdeckt. Der Polybasit tritt zusammen mit den beiden anderen Mineralien in Form von metallisch glänzenden, hexagonal geformten Tafeln auf.

In Mineralica 2025-4

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