Mineralica 2025-1

Amethyste aus granitischen Pegmatiten

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Michael Menzies (2025): Amethyste aus granitischen Pegmatiten. Mineralica 2025-1, S. 10–30.

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Michael Menzies (2025): Amethyste aus granitischen Pegmatiten. Mineralica online, Februar 2025. https://mineralica.com/a/1d2z9b (abgerufen am 17. Oktober 2026)

Amethyst in granitischen Pegmatiten ist weltweit eine Seltenheit. Michael Menzies erklärt, wie er dort entsteht, und stellt die drei wichtigsten Vorkommen vor: Little Gem Mine, Deer Hill und Cuasso al Monte.

Amethyst-Rauchquarz-Zepter, 6,2 cm hoch. Little Gem Mine, Jefferson County, Montana, USA. Der wohl schönste Fund, der Russ Hage in den vielen Jahren in der Little Gem Mine gelungen ist, bleibt bis heute verschollen - Russ vermutet, sein Hund hat sich die Tasche, in der er den Stein aufbewahrte, unbemerkt geschnappt und im Gelände vergraben. Glücklicherweise konnte das schöne Amethystzepter zuvor noch fotografiert werden. Foto Mark Mauthner.

Unter Sammlern sind granitische Pegmatite vor allem für außergewöhnliche Stufen verschiedener farbenprächtiger Edelsteinminerale bekannt. Dazu gehören Turmalin, Topas, die meisten Beryllarten, Spodumen und Spessartin. Die Amethyst-Varietät des Quarzes wird nur selten erwähnt, aber einige wenige Vorkommen haben erstklassige Sammlerstücke und schleifbare Rohsteine hervorgebracht.

Vorkommen von Amethyst

Amethystkristalle werden in Hohlräumen von Vorkommen aus einer Reihe von geologischen Milieus gefunden. Gilg (2012) identifizierte sieben solcher Umgebungen. Die meisten Fundorte lassen sich in jedoch nur vier dieser Umgebungen einordnen: 1) Geoden in Vulkanitten, 2) hydrothermale Quarzgänge und Brekzien (und einige Skarne), 3) alpine Klüfte und Spalten und 4) granitische Pegmatite. Diese Abfolge entspricht der zunehmenden Bildungstemperatur, wenn auch mit einigen Überschneidungen. Sie entspricht auch dem zunehmenden relativen Entwicklungsgrad der Prismenflächen und allgemein der Komplexität der Kristallmorphologie. Diese vier Milieus und einige der bekanntesten Fundorte werden im Folgenden kurz beschrieben. Von allen Lagerstättentypen kommen Amethyste dabei am seltensten in Pegmatiten vor.

Amethyst aus Amatitlán, Mexiko, Bildausschnitt etwa 7 x 6 cm. Die dort vorkommenden Skarne im mexikanischen Bundesstaat Guerrero sind durch die Intrusion von Granodioriten in Karbonatgestein entstanden. Sammlung Gerhard Wagner, Foto László Kupi.

Vorkommen in Vulkaniten

Das ergiebigste Vorkommen von Geoden in Vulkaniten, hier Basalt, ist ein Teil des Paraná-Beckens, das sich über die Provinz Rio Grande do Sul im Südosten Brasiliens und das Department Artigas im Nordwesten Uruguays erstreckt (Balzer 2012). Durch Kristallisation bei Temperaturen von weniger als 100 °C sind Drusen aus kurzprismatischen Kristallen von guter Farbe entstanden, die das Innere von Geoden auskleiden, die bis zu mehreren Metern groß sind. Einige der besten Sammlerstücke des Amethysts haben sich als Stalaktiten und Stalagmiten gebildet. In den Goboboseb-Bergen in Namibia (Cairncross 2012) weisen die fündigen Basaltströme ungewöhnlich hohe Kristallisationstemperaturen von 150-250 °C auf. In der Regel beherbergen kleine Hohlräume (in Ausnahmefällen bis zu einem Meter groß) Kristalle aus farblosem und rauchigem Quarz und Amethyst (häufig mit Farbzonierung). Zepter und umgekehrte Zepter sind häufig, wobei Amethyst sowohl im Stiel als auch im Kopf des Zepters zu finden ist.

Vorkommen in Quarzgängen & -brekzien

Quarzgänge und Brekzien, typischerweise in Gneis, Granit und Quarzit, haben Kristallisationstemperaturen in zwei Bereichen: unter 150 °C und 160-270 °C. Ein gutes Beispiel für Niedrigtemperatur-Gänge findet sich in der Nähe von Thunder Bay, Ontario, Kanada (Kile 2019). Amethyst bildet Drusen aus kurzprismatischen Kristallen von unterschiedlicher Farbintensität, von denen einige aufgrund von Hämatiteinschlüssen sehr dunkel sind. Das Vorkommen am Petersen Mountain (Hallelujah Junction), Washoe County, Nevada, sind Beispiele für einen Ursprung bei höheren Temperaturen. Kieselsäurereiche hydrothermale Fluide in Gängen und Brekzien in stark zerklüfteten Granodiorit haben sehr hochwertige Zepter (bis zu etwa 20 cm) aus Rauchquarz oder Citrin hervorgebracht. Amethyst ist die letzte Varietät des Quarzes, die kristallisiert. Er ist in bestimmten Teilen des Vorkommens konzentriert, wo er in Form von großen, knollenartigen Kristallen und seltener in Form von Zeptern auftritt. Skarn-Vorkommen weisen hohe Kristallisationstemperaturen auf, die bis zu 300 °C betragen können. Die Skarne von Amatitlán im mexikanischen Bundesstaat Guerrero (Ontiveros et al. 2004; Wallace 2012) sind durch die Intrusion von Granodioriten in Karbonatgestein entstanden. Sie haben ausgezeichnete Amethyste von ausgezeichneter Farbe in prismatischen Kristallen hervorgebracht, von denen die meisten charakteristisch spitz zulaufend sind. Einzelne Kristalle erreichen eine Größe von 30 Zentimetern und mehr. Auch radialstrahlige Kristallgruppen sind häufig. Rauchquarz ist nicht vorhanden.

Amethystgeode, 39 cm Durchmesser, Bundesstaat Rio Grande do Sul, Brasilien. Die Kristalle zeigen nur die rhomboedrischen Endflächen und haben eine besonders dunkle Farbe. Sammlung des Naturkundemuseums Kanada, Foto Michael Bainbridge.
Gruppe aus Amethystzepten, vollständig terminiert, 8,3 cm Durchmesser, Goboboseb-Gebirge, Namibia. Sowohl der Stiel als auch der Zepterkopf haben Amethystfarbe, die eine starke Zonierung aufweist. Sammlung Gobin, Foto Jeff Scovil.

Vorkommen in alpinen Klüften

Alpine Klüfte weisen in der Regel Kristallisationstemperaturen von 200 °C und mehr auf. Zu den Beispielvorkommen gehören die von Las Vigas im Bundesstaat Veracruz, Mexiko (Wallace 2012; Lieber & Franzel 2003). Der eigentliche Fundort ist Piedra Parada, eine kleine Gemeinde 10 km nördlich von Las Vigas de Ramírez. Hier stellt die Bildung von Amethyst in langprismatischen Kristallen die Endphase der Kristallisation dar. Rauchquarz kommt jedoch nicht vor. Die Kristalle sind von heller bis mittlerer Farbe - zum Ende hin sind sie stärker gefärbt. Das Zillertal in Österreich ist ein weiterer beispielhafter Fundort. Im Jahr 1976 gab es einen großen Fund in einer 3 m tiefen Kluft (Grüll 2024). Hier wurden farblose, rauchige und violette Quarzkristalle von bis zu 30 cm Länge und 15 cm Breite gefunden. Amethyst von heller bis mittlerer Farbe kommt in Form von Skelettkristallen und von Zepterköpfen und Negativzeptern vor. Es gab auch seltene Jacaré-Überwüchse (Definition folgt später).

Vorkommen in granitischen Pegmatiten

Granitische Pegmatite sind das letzte der vier geologischen Milieus mit Kristallisationstemperaturen für Amethyst von bis zu 300 °C. Obwohl dieses Milieu jenes ist, wo sich Amethyst am seltensten bildet, ist es aus mehreren Gründen das interessanteste. Um zu verstehen, warum dies so ist, müssen die Bedingungen für die Bildung von Amethyst in den Blick genommen werden.

Bildung von Amethyst

Zwei chemische Bestandteile sind für die Entstehung von Amethyst wesentlich: Kieselsäure zur Lieferung des Quarzes und Eisen als Chromophor zur Erzeugung der charakteristischen violetten bis purpurnen Farbe. Granit oder andere kieselsäurereiche Muttergesteine sind die offensichtlichste Quelle für Kieselsäure. In anderen geologischen Umgebungen ist ein kieselsäurereiches hydrothermales Fluid erforderlich, das in der Regel durch die Verwitterung oder Umwandlung des Wirtsgesteins oder des darüber liegenden Gesteins bereitgestellt wird. Wie von Kile (2012) beschrieben, ersetzt Eisen das Silizium in der tetraedrischen Position in Quarz in Konzentrationen von 20-500 ppm, um Amethyst zu bilden. Die flüssige Umgebung muss oxidierend sein (in der Regel aus meteorischem Wasser in seichten Bereichen der Erdkruste), damit Eisen(III) vorliegt. Anschließend ist eine Strahlungsquelle erforderlich, um es in Fe4+ als eigentlichen Chromophor umzuwandeln.

Amethyst-Zepter auf farblosem Stiel, 5 cm hoch, aus dem berühmten Fund von 1976, wie in der vergangenen Ausgabe von Mineralica detailliert beschrieben, Saurüssel Mörchnerkar, Zillertal, Tirol, Österreich. Sammlung Erika & Rudolf Planitzer, Foto Rudolf Planitzer.
Amethyst-Rauchquarz-Citrin-Zepter, 12 cm hoch, Foster Hallman Claim, Petersen Mountain, Nevada. Der Amethyst ist auf die Spitze des Zepters beschränkt. Sammlung Mark Saltzgaber, Foto James Elliott.
Amethyst mit Hämatit, 17,5 cm hoch, Diamond Willow Mine, Pearl, Thunder Bay, Ontario. Die Kristalle zeigen nur die rhomboedrischen Endflächen und sind durch Einschlüsse von Hämatit rot gefärbt. Sammlung des Naturkundemuseums Kanada, Foto Michael Bainbridge.
Spektakulärer Amethystkristall auf Matrix, etwa 10 cm hoch, Amatitlán, Mexiko. Die Kristalle sind prismatisch und charakteristisch verjüngt, wobei sich die intensive Farbe eher auf das Kristallende beschränkt. Sammlung James Webb, Foto László Kupi.

Pegmatite werden üblicherweise auf der Grundlage ihrer chemischen Zusammensetzung in zwei Familien eingeteilt: NYF (Niob, Yttrium, Fluor) und LCT (Lithium, Cäsium, Tantal) (Rakovan 2008). NYF-Typen (die in der Regel in ihrem Ursprungsgranit vorkommen) sind die idealen Wirtspegmatite für Amethyst. Sie sind im Allgemeinen eisenreicher und weisen höhere Konzentrationen radioaktiver Elemente wie Uran und Thorium auf (zusätzlich zu Kalium-40, das in allen feldspathaltigen Gesteinen vorhanden ist).

Es gibt jedoch eine entscheidende Bedingung bei der Bildungstemperatur für Amethyst, denn jenseits von 250-300 °C wird das Farbzentrum des Amethysts zerstört (Kile 2012). Dies ist der Grund, warum Amethyst auf Vorkommen mit niedrigeren Temperaturen beschränkt ist. In Pegmatiten liegt die Primärkristallisation (von Quarz, Feldspat und Glimmer) typischerweise bei 400 °C oder höher (London 2008), also weit über der 300 °C-Grenze. Außerdem scheinen niedrigere Temperaturen die Konzentrationen von Aluminium zu begrenzen, das mit Eisen konkurriert, um Siliziumatome im Kristallgitter zu ersetzen. Eine höhere Temperatur, auch mit zusätzlicher Strahlung, erzeugt Rauchquarz eher als Amethyst.

Die Kristallisation in Pegmatit-Hohlräumen setzt sich beim Abkühlen fort. Aber zum Zeitpunkt, an dem Amethyst zu kristallisieren beginnt, scheint das gesamte verfügbare Eisen bereits durch die Bildung anderer Minerale wie Pyrit und Siderit verbraucht worden zu sein.

Amethyst in granitischen Pegmatiten

Wenn Amethyst in einem Pegmatit entsteht, muss dies durch einen Prozess bei niedrigeren Temperaturen geschehen. Der bevorzugte Prozess ist die Alteration des Pegmatits durch saure hydrothermale Flüssigkeiten, die vermutlich von außen eindringen und im Allgemeinen unbekannten Ursprungs sind. Dies führt zur Zersetzung von K-Feldspat, wodurch Kieselsäure freigesetzt wird und der charakteristische korrodierte Feldspat zurückbleibt. Durch denselben Prozess wird Eisen aus der Verwitterung des Hämatits (als fein verteilte Einschlüsse in rosa K-Feldspat) oder anderen Eisenmineralien remobilisiert. Bei einer solchen durchdringenden Alteration von Pegmatiten kann reichlich Amethyst entstehen, der im weiteren Verlauf dieses Artikels im Mittelpunkt steht.

Pegmatitfundstellen für Amethyst sind weltweit ausgesprochen selten. Insgesamt sind etwa ein Dutzend einzelner Fundorte und Vorkommen für Amethyst bekannt. Aber nur drei davon haben reichlich Amethyst hervorgebracht und sind ausreichend gut dokumentiert, um in diesem Artikel ausführlich beschrieben zu werden. Zweifellos gibt es noch weitere unbekannte Fundorte, die noch nicht beschrieben wurden, wahrscheinlich aufgrund der Seltenheit der Amethyste.

Pegmatitvorkommen

Die am besten dokumentierten amethystführenden Pegmatite mit den vielfältigsten Stufen befinden sich im äußersten Südosten des Boulder-Batholiths in Montana, USA. Sie befinden sich unmittelbar östlich der Kontinentalscheide, südöstlich der Stadt Butte und südlich des Highways I-90. Das Sammeln von Mineralien begann wahrscheinlich in den 1890er Jahren, nachdem Gold, Silber und Kupfer entdeckt wurden. Das erste Grubenfeld, das von etwa 1900 …

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